Zu wenig Milch

Aus verschiedenen Gründen kann es passieren, das der Milchfluß nachlässt – hierbei ist der Stress nicht zu unterschätzen, dem die Mutter in dieser besonderen Situation ausgesetzt ist. Hier liegt es auch am Klinikpersonal, der Mutter das Stillen zu ermöglichen und sie zu bestärken! Man sollte aber auch in dieser Situation daran denken, dass das Stillen ein natürlicher Vorgang ist, der vor allem durch Angebot und Nachfrage reguliert wird! Das bedeutet, das es Gründe geben kann, die mit ein wenig Geduld leicht in den Griff zu bekommen sind! Warum habe ich zu wenig Milch?

 

Wachstums – bzw. Entwicklungsschübe

Unsere kleinen haben Wachstumsschübe – während dieser Wachstumsschübe kann es passieren das sie die MuMi regelrecht verschlingen/mehr Milch sondiert bekommen – schlichtweg hungriger sind! Die Milchproduktion ist auf diesen urplötzlich höheren Bedarf noch nicht eingestellt. In dieser Zeit legt man einfach häufiger an bzw. pumpt häufiger ab – die Milchproduktion wird sich wieder steigern und das innerhalb weniger Tage. In diesem Fall hat man also nicht zuwenig, sondern das Kind ein erhöhtes Trink – aber auch Kuschel/-Saugbedürfnis!

Größere“ Schübe sind;

  • Zwischen dem 7. und 12. Lebenstag
  • Nach etwa 6-8 Wochen
  • Nach 3 bis 4 Monaten (ca. 12.-14. Woche)

Weitere Schübe:

  • 19. Woche
  • 26. Woche
  • 37. Woche
  • 46. Woche
  • 55. Woche

zu erwarten und halten ungefähr 1 bis 3 Tage an.

Die Zeitangaben können sehr schwanken, so gibt es Kinder, die praktisch von einem Schub in den nächsten übergehen. Hierbei nicht vergessen, das die Zeitrechnung bei Frühchen ohnehin verschoben sein kann, aber auch generell können diese Zeiträume schwanken da nunmal jedes Baby ein kleines Individuum ist :wink:

Neu – der „Nachfolger“:

Image of Oje, ich wachse! Das Praxisbuch

Autor: Frans X. Plooij
Verlag: Mosaik (2007)
Binding: Broschiert, 144 pages

In seinem internationalen Bestseller „Oje, ich wachse!“ (link is external) hat der Entwicklungspsychologe Frans X. Plooij beschrieben, wie sich diese Sprünge am Verhalten des Babys zeigen. Hier zeigt der Autor nun ganz konkret, wie Eltern ihrem Baby helfen können.

Wenn die Brust weich(er) wird.. Super! Das heißt nämlich nicht, das die Milch weniger geworden ist, sondern das sich die Milchmenge eingependelt hat! Daher „drückt“ sie nicht mehr so und die Brust ist schön weich. Die Brust „weiß“ nun wieviel sie produzieren muss und „liefert“ genau die richtige Menge!

Wenn die Milch weniger wird

Das wichtigste: Auf keinen Fall zufüttern!

Die Milchbildung findet nach dem Nachfrage-Angebot Prinzip statt. Ein zufüttern kann „der Anfang vom Ende“ der Stillbeziehung sein. In dieser Zeit ist es besser, häufiger anzulegen, so reguliert sich die Milchmenge wieder innerhalb kurzer Zeit und stellt sich auf den neuen Bedarf ein. Wenn zugefüttert wird, holt sich das Kind diese Mahlzeiten nicht mehr aus der Brust (sondern eben aus der Flasche) und es wird der Brust somit „weniger Bedarf“ signalisiert, so das sich spätestens dann die Milchmenge tatsächlich verringert! Zudem kann die Flasche eine Saugverwirrung hervorrufen.

Was kann ich nun machen?
Der Einfachheit halber schreiben wir im folgenden vom „Stillen“ bzw. Anlegen wobei hiermit ebenso das Abpumpen gemeint ist!

  • Häufiger Anlegen oder abpumpen
  • Sich ggfls. vom Arzt Oxytocin-Nasenspray verschreiben lassen, das hilft den Milchspendereflex auszulösen – siehe Milchspendereflex und die Hormone
  • Wechselseitiges Stillen: mehrmals pro Mahlzeit die Brustseite wechseln, der Milchspendereflex wird dadurch häufiger ausgelöst.
  • Viiel trinken (2-3 Liter pro Tag) aber(!) wiederum nicht zuviel, denn dadurch kommt die Blase zu sehr in Schwung, so dass die Flüssigkeit nicht da bleibt wo sie bleiben soll – es wirkt sich bei jedem anders aus! Man sollte sich also nicht „zwingen“ mehr zu trinken bzw. über den Durst hinaus zu trinken.
  • Ausreichende Ernährung mit viel Ballaststoffen und Vitamin C
  • Die Brust vor dem oder auch während des stillens/abpumpens anwärmen, z.B. mit einem warmen Waschlappen
  • Salbei und Pfefferminztee vermeiden, sie haben eine abstillende Wirkung!
  • keine engsitzenden BH`s tragen, idealerweise gar keinen BH
  • Still /-Anlegeposition von der Hebamme oder Stillberaterin kontrollieren lassen (erst recht, wenn die Brustwarzen wund sind)

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